Digitale Auswirkung: Zunehmende Flexibilität und Agilität

By Arno Luginbuehl November 10, 2020

Kommunikationskompetenz, Teamfähigkeit sowie Lösungsorientierung stehen angesichts der Herausforderung der digitalen Transformation verstärkt im Fokus. Die genannten Kompetenzen lassen sich unter dem Schlagwort «Flexibilität» zusammenfassen. Flexibilität wird in der Zukunft unerlässlich um die dauernden Veränderungen im Arbeitsalltag bewältigen zu können. Bei diesen komplexen Change-Prozessen stehen die Unternehmen in der Verantwortung. Eine Weiterbildungskultur welche auf die unterschiedlichen Wissensstände der Mitarbeiter eingeht, Ängste sensibilisiert und sie dazu ermutigt diese überfachliche Kompetenzen zu erwerben.

Diese Massnahmen ermöglichen am Markt entscheidende Erkenntnisse für das gesamte Unternehmen zu gewinnen und eine kundenfokussierte sowie flexibel agierende Teamkultur aufzubauen. Die neuen digitalen Endgeräte erlauben es zudem, Teams auf virtuellen Kollaborationsplattformen eine ortsunabhängige und flexible Zusammenarbeit zu ermöglichen. Des Weiteren bringen Home-Office, E-Mail-Kommunikation und Social Media einen immer grösseren Flexibilisierungsschub mit sich. Teammitglieder können jederzeit und von jedem Standort aus arbeiten. Mitarbeiter arbeiten vorzugsweise flexibel in Form eines guten Mix aus Home-Office und Arbeitsplatzpräsenz. Durch die Pandemie wird ersteres gezwungenermassen durchgesetzt. Giganten wie Google oder Novartis bieten ihren Mitarbeiter sogar an immer im Home Office zu arbeiten, sofern sie das möchten.

In der digitalen Transformation setzten die sich selbst organisierenden, interdisziplinären und iterativ arbeitenden Teams in einer dualen Organisation somit eine gewisse Flexibilität voraus. Teams müssen jederzeit und mit maximaler Flexibilität auf wechselnde Gegebenheiten reagieren können.

Agilität

In der digitalisierten Arbeitswelt und aufgrund des Fortschritts und der Bedingungen der digitalen Transformation bedürfen Unternehmen des gesamten Spektrums der Agilität. Agilität führt zu einem Paradigmenwechsel – der Veränderung eines bestehenden Denk- oder Verhaltensmusters. Teammitglieder müssen bereit sein, alte Werte und Gewohnheiten über Bord zu werfen. Agilität wird auch mit «duale Organisation» gleichgestellt. Einerseits gibt es die übliche Linienorganisation, in welcher hierarchisch übergeordnete Personen die operativen Handlungen eines Teams bestimmen oder beeinflussen.

Teams halten sich hierbei an einen Jahresplan und sind hierarchisch gegliedert. Oppositionell bilden sich Netzwerkorganisationen, welche über mehrere Disziplinen hinweg umfassend arbeiten. Teams in Netzwerkorganisationen organisieren sich zudem selbst und arbeiten, wie vorab erwähnt, interdisziplinär und iterativ. Dabei werden Erfahrungen aus vorherigen Projektschritten unmittelbar umgesetzt und optimiert, bis hin zur Anwendungsreife. Diese Strategie setzt also voraus, dass jedes Teammitglied aktiv aus Erfahrungen lernt und dies laufend zur Verbesserung anwendet.

Nebst der iterativen Arbeit ist die Zusammenarbeit der interdisziplinären Teams auf kurze Zeitabschnitte beschränkt. In Netzwerkorganisationen gelten andersartige Spielregeln und es sind neue, agile Führungsinstrumente erforderlich, wobei eine grössere Gewichtung auf die Teamleistung als auf Einzelpersonen gelegt wird. Das Bestreben, in Teamleistungen zu denken und zu agieren, führt zu einer agilen Teamkultur mit erhöhter Produktivität und Kreativität.

Diese duale Funktionsweise von Unternehmen müssen Menschen als Individuen zuerst verstehen und in einem weiteren Schritt in der Anwendung erlernen. Eine Netzwerkorganisation zu verstehen, erfordert neue Denk- und Verhaltensmuster und durchbricht die gängigen Arbeitsroutinen.

Agile Teams welche cross-funktional arbeiten, tauschen neue Erkenntnisse sofort untereinander aus und stimmen sich laufend ab. Sie können sich auf eine Aufgabe fokussieren und verbrauchen keine Ressourcen für Verwaltung und Kontrolle. Die klare Aufteilung der Verantwortlichkeiten klärt Konflikte und Unstimmigkeiten im Voraus. Fehler können kostengünstig und schnell aufgehoben werden, durch den ständigen Fokus auf das Ergebnis. Das führt zu einer erhöhten Produktivitätssteigerung im Vergleich zum klassischen Projektmanagement.


Quellen: Microsoft, Digitalisierung für alle (2017) | Kuhlmann, Denknetz Jahrbuch (2017) | Horizont.net, Novartis bietet Home Office für immer | weforum.org | A. Dignan, Brave New Work (2019)| Gloger, Das Scrum Prinzip, agile Organisationen aufbauen und gestalten (2013)